Kasselburg

Auf einem Basaltfelsen, hoch und nördlich über der im Kylltal liegenden Gemeine Pelm (Kreis Daun), thront weithin sichtbar die mächtige Kasselburg.
Auf einem Basaltfelsen, hoch und nördlich über der im Kylltal liegenden Gemeine Pelm (Kreis Daun), thront weithin sichtbar die mächtige Kasselburg.

Die Kasselburg wurde etwa im 12. Jh. von den Herren von Castel erbaut und war bis mindestens 1291 unter dem Namen „Castilburg“ bekannt. Eigentümer der imposanten Torburg waren die Herren von Blankenheim-Kasselburg bzw. Blankenheim-Gerolstein, einem angesehenen Geschlecht aus der Nordeifel, das auch die Burg Gerolstein besaß.

Durch ihre spätere Verbindung mit den Grafen von Manderscheid bauten sie ihre Machtstellung dahingehend aus, dass sie gegenüber dem Trierer und Kölner Erzbischof ihre Selbständigkeit bis zur Französischen Revolution weitestgehend behaupten konnten.

Ab 1426 und erneut ab 1611 waren die Herren von der Mark die Besitzer der Kasselburg. Zwischendurch wurden sie von Kurtrier in den Jahren 1452 bis 1514 als Eigentümer „abgelöst“. 1674 sprach ein Reichsgericht die Kasselburg, die jedoch ab 1744 als verfallen bezeichnet wird, den Grafen von Arenberg zu. Im 19. Jh. unter preußischer Herrschaft stehend, regte König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen eine Sanierung der Anlage an, die von der Staatlichen Denkmalpflege in den Jahren 1902 bis 1913 auch ausgeführt wurde.

Unter rheinland-pfälzischer Verwaltung wurde die Kasselburg noch einmal in den Jahren 1976/77 und 1984 bis 1986 restauriert. Insbesondere die Sanierung des Palas und der Kapelle sowie die Mauern der Kernburg und des Hauptturms waren dabei Schwerpunkte.

Zunächst steht der Besucher vor dem wuchtigen, 37 m hohen Doppelturm, der wahrscheinlich um 1335 von Gerhard V. von Blankenheim erbaut worden ist. Er verdeutlicht die damalige Macht und Selbstsicherheit der Herren von Blankenheim. Das Innere des Doppelturmes wurde zu beheizbaren Wohnräumen ausgebaut die sich, verbunden durch eine Wendeltreppe im nördlichen Turm, über mehrere Obergeschosse verteilten. Ursprünglich gab es im Erdgeschoss einen Durchgang zum Burghof. An das Doppeltor schließt sich die Kernburg an, die noch einige, nicht minder beeindruckende Überreste aufweisen kann. Der früher frei stehende romanische Bergfried ist jetzt durch die östliche Burgmauer in die Kernburg integriert. An der Südseite befindet sich der ehemalige Palas und südwestlich der dreigeschossige Kapellenbau. Weitere Wirtschaftsgebäude sowie die Burgmannenhäuser befanden sich in der erweiterten Vorburg, die aus der Zeit stammte, als Kurtrier Eigentümer der Burganlage war.


Quelle

Staatliche Burgen, Schlösser und Altertümer in Rheinland-Pfalz. Hrsg. von Landesamt für Denkmalpflege, Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz. Koblenz 2003 (Heft 7). S. 92 f.

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BSA