Schloss Bürresheim

Die Umgebung von Schloss Bürresheim bietet sich geradezu ideal zum Wandern und Spazierengehen an.
Die Umgebung von Schloss Bürresheim bietet sich geradezu ideal zum Wandern und Spazierengehen an.
Schloss Bürresheim zählt zu den seltenen Beispielen, die eine stufenweise Entwicklung von der mittelalterlichen Wehranlage zur barocken Wohnburg so deutlich aufzeigen können.
Schloss Bürresheim zählt zu den seltenen Beispielen, die eine stufenweise Entwicklung von der mittelalterlichen Wehranlage zur barocken Wohnburg so deutlich aufzeigen können.
Schloss Bürresheim wurde nie erobert oder verwüstet – im Gegensatz zu fast allen anderen Burgen im Rheinland.
Schloss Bürresheim wurde nie erobert oder verwüstet – im Gegensatz zu fast allen anderen Burgen im Rheinland.
Zwischen Palas und Bergfried wurde die Kapelle in den Jahren 1698 bis 1700 gebaut.
Zwischen Palas und Bergfried wurde die Kapelle in den Jahren 1698 bis 1700 gebaut.
Die Bauten um den Burghof herum stammen aus fünf verschiedenen Epochen.
Die Bauten um den Burghof herum stammen aus fünf verschiedenen Epochen.

Der Name Bürresheim stammt von der gleichnamigen Familie, die im 14. Jh. Besitzer des Vorgängers der heutigen Burganlage war. Im gleichen Jahrhundert teilten sich nach dem Ausscheiden der Familie Bürresheim mehrere Adelsfamilien sowie die Kölner als auch die Trierer Erzbischöfe die Burg. 1473 erwarb Gerlach von Breitbach die Ostburg. Über ein Jahrhundert später wurde die Familie Breitbach, aus der im 18. Jh. ein Mainzer Kurfürst hervorging, Alleinbesitzer der gesamten Burganlage. Ihr verdankt die Burg ihr heutiges Aussehen.

Schloss Bürresheim besteht aus zwei ungleichen Hälften. Im Westen befindet sich die Kölner Burg, die im 14. Jh. erbaut worden ist. Im Osten steht der schlossartige Wohnbau, dessen Grundmauern zwar ebenfalls aus dem 14. Jh. stammen, aber dessen Ausbauten erst Ende des 15. Jh. und in der zweiten Hälfte des 17. Jh. vollzogen worden sind. Die Kölner Burg verdankt ihren Namen den Kölner Erzbischöfen, die spätestens 1189 Lehnsherren waren. Erst zu Beginn des 16. Jh. wurde sie an die Familie Breitbach übergeben. Die frühere Zugbrücke der Kölner Burg wurde 1738 durch eine feste Brücke ersetzt.

Zwischen der Kölner Burg und der Ostburg befindet sich der Hauptzugang zu den Wohnbauten. Man gelangt in einen Zwinger, der früher von drei Seiten beschossen werden konnte. Im daran anschließenden dreieckigen Burghof steht der Besucher vor dem Grabmal der Barbara von Nesselrode, das im 19. Jh. von Maria Laach nach Bürresheim gebracht worden ist. Man ist jetzt von zwei ungleichen, schräg aufeinander zulaufenden Bauflügeln umgeben, die durch einen kurzen Querbau miteinander verbunden sind.

Die Bauten um den Burghof herum stammen aus fünf verschiedenen Epochen. Der Bergfried aus dem 12. Jh. wurde im 15. Jh. um fünf Geschosse erhöht. Dem gegenüber steht das 1380 erbaute Vogthaus, in der heute die Wohnung des Burgwartes untergebracht ist. Der aus einem Nord- und Ostflügel bestehende spätgotische Palas wurde etwa nach 1473 erbaut.

Im 17. Jh. wurde das Amtshaus zusammen mit dem Kanonenweg errichtet. Der Kanonenweg führt tunnelartig unter dem gesamten Südflügel der Burganlage durch und diente als Falle für Feinde. Die Lücke zwischen Palas und Bergfried wurde durch den Kapellenbau in den Jahren 1698 bis 1700 geschlossen.

Die Innenräume des Schlosses bieten dem Besucher nicht nur Beispiele adliger Wohnkultur über mehrere Jahrhunderte, sondern bergen auch zahlreiche interessante bauliche Details. So kann der Besucher eine Ledertapete von 1730 bewundern oder die spätmittelalterlichen Rundscheiben mit den Wappen von Johann von Breitbach und Loretta von Schönbeck im Marschallzimmer. Auch das Mobiliar des Schlosses hat einiges zu bieten: So findet der Besucher beispielsweise einen Schreibtisch aus dem Jahre 1720 vor, der zugleich zu den feinsten Möbelstücken im Schloss zählt.


Quellen

Werner von, Karl und Hans Caspary. Schloss Bürresheim. Hrsg. von. Landesamt für Denkmalpflege, Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz. Koblenz 2003 (Heft 2).
Staatliche Burgen, Schlösser und Altertümer in Rheinland-Pfalz. Hrsg. von Landesamt für Denkmalpflege, Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz. Koblenz 2003 (Heft 7). S. 34 f.


Weiterführende Literatur

Ulrike Wirtler. Schloss Bürresheim bei Mayen/Eifel. Hrsg. von Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Edition Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz. Regensburg 2013 (Führungsheft 2)

Ulrike Wirtler. Schloss Bürresheim bei Mayen/Eifel. Hrsg. von Burgen Schlösser Altertümer Rheinland-Pfalz. Edition Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz. Regensburg 2015 (Kurzführer 11)

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