Landskron

Nach der Besichtigung sollte man sich Zeit für dei schöne Aussicht über dei oberrheinische Tiefebene nehmen.
Nach der Besichtigung sollte man sich Zeit für dei schöne Aussicht über dei oberrheinische Tiefebene nehmen.
Die ehemalige Reichsburg Landskron diente zahlreichen Königen als Residenz.
Die ehemalige Reichsburg Landskron diente zahlreichen Königen als Residenz.

Erbaut wurde die ehemalige Reichsburg entweder um 1210 oder 1225/26, in spätstaufischer Zeit. Parallel dazu erhielt Oppenheim die Stadtrechte und eine Befestigung. König Konrad III. hatte Oppenheim zuvor (um 1210) von der Benedektinerabtei Lorsch abgekauft.In den Jahren 1257 und 1275 zerstörten die Oppenheimer die Burg, weil die Privilegien der Burgmannen sie erzürnt hatten. Spätestens 1281 war Landskron aber wieder aufgebaut. Sie diente seither zahlreichen Königen als Residenz. Als die Burg aufgrund von Geldmangel zusammen mit der Stadt verpfändet wurde, verwalteten die Ritter und Bürger gleichermaßen ihren Besitz.1375 wurde Landskron dem Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz zugesprochen, der sie als Zweitresidenz ausbauen ließ. Sein Enkel, Ruprecht III. von der Pfalz, der 1400 zum deutschen König gewählt wurde, wohnte und starb in diesen Gemäuern. 1615 wurde die Burg unter Friedrich V. zu einem Schloss im Spätrenaissancestil umgebaut. Kurz darauf besetzten während des Dreißigjährigen Krieges abwechselnd die Schweden und Spanier Landskron.Im pfälzischen Erbfolgekrieg brannten Franzosen 1689 das Schloss nieder und sprengten den Bergfried. Die schwer gebeutelten Oppenheimer nutzen die Ruine als Steinbruch, um ihre Häuser wieder aufzubauen.Im 19. Jahrhundert war Landskron Eigentum der Stadt Oppenheim. Sie ließ 1875 eien Aussichtsplattform auf den Bergfriedstumpf bauen. Seit 1978 steht das Schloss in der Obhut der Schlösserverwaltung, die von 1990 bis 1994 eine Bestandssicherung und eine archäologische Untersuchung vornahm. Von der Burg aus dem 13. Jh. zeugen noch die Reste des Bergfrieds und einige Grundmauern. Der Bergfried war zu seinen Hochzeiten ein Eckturm der Stadtbefestigung. Die übrigen Gebäudemauern, die zum Teil Wohn- und Wirtschaftsgebäude waren, stammen aus dem späten 13., späten 14. und frühen 17. Jh.. Die südliche Außenmauer eines Wohngebäudes weist frühgotische, aber zugemauerte und frühbarocke Fenster auf.Des Weiteren haben sich zwei barocke Aborttürme, ein Brunnenschacht aus dem Jahre 1275 oder 1281 im Burghof und Spuren eines Backofens aus dem 17. Jh. an der Nordmauer eiens Gebäuderestes erhalten.Im östlichen Teil des Südbaus war im 13. Jh. der farbenprächtige Kaisersaal untergebracht, der von einer Säule aus der Kaiserpfalz in Ingelheim getragen wurde. Sie kann heute als Kriegsdenkmal neben dem Rathaus betrachtet werden. Der tonnengewölbte Keller wurde im 17. Jh. nachträglich geschaffen. Nach der Besichtigung sollte man sich Zeit für dei schöne Aussicht über dei oberrheinische Tiefebene nehmen.


Quelle

Staatliche Burgen, Schlösser und Altertümer in Rheinland-Pfalz. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege, Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz. Koblenz 2003 (Heft 7). S. 134 f.

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